Maikäfer

Die Maikäfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer, so genannt nach der Gestalt der Fühler, deren letzte Glieder blattförmig verbreiterte Lamellen aufweisen.

Mit den bis zu 50.000 Geruchssensoren auf den Fühlerlamellen spüren die Männchen die paarungsbereiten Weibchen auf. Wie Forscher der FU Berlin herausfanden, orientieren sich die Männchen beider Maikäferarten zunächst an den vom Blattfraß der Weibchen verursachten Pflanzengerüchen. In der Nahdistanz kommt dann als genauer Wegweiser ein Sexuallockstoff der Weibchen hinzu.

Die Maikäfer sind wieder da

An Massenvorkommen des Maikäfers kann sich vielerorts nur noch die heutige Großelterngeneration erinnern. Die meisten Menschen kennen ihn höchstens noch aus Wilhelms Buschs "Max und Moritz", als Sumsemann in "Peterchens Mondfahrt" oder in Schokoladenform. Vor allem mit dem Insektizid DDT glaubte man den Käfern spätestens in den 50er Jahren den Garaus gemacht zu haben.

Vier Jahre Leben im Boden

Nach der Begattung legen die Weibchen in mehreren Schüben ihre Eier ins lockere Erdreich ab. Dazu fliegen die Feldmaikäfer in offenes Gelände, während die Waldmaikäfer in der Nähe ihrer Fraßbäume verbleiben. Die als Engerlinge bekannten, bis fünf Zentimeter großen Maikäferlarven entwickeln sich - in unseren Breiten meist vier Jahre lang - vollständig im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Im Herbst des letzten Jahres wandeln sich die Engerlinge in die fertigen Jungkäfer. Sie überwintern bis zu einen Meter tief im Erdreich und schlüpfen dann ungefähr Ende April. Der so genannte Reifefraß bis zum Absterben der Käfer nach erfolgreicher Fortpflanzung dauert ungefähr sechs Wochen. Feldmaikäfer gehen dabei gerne auch an Obstbäume, während Waldmaikäfer Eichen, Buchen und Hainbuchen bevorzugen.

Maikäfer an Bäumen

Die meisten kahl gefressenen Bäume erholen sich wieder und bilden mit dem so genannten Johannistrieb im Juni noch einmal neue Blätter. Verheerend dagegen kann der Wurzelfraß der Engerlinge sein. Bereits ab zwei bis drei Engerlingen je Quadratmeter Waldboden sind Schäden an Jungbäumen zu befürchten. Probebohrungen in den Befallsgebieten um Mannheim ergaben regelmäßig mehr als 100 Engerlinge auf den Quadratmeter.So stand denn in der Vergangenheit weniger die Faszination der gemütlichen Brummer im Vordergrund, als deren Bekämpfung. sollten".